Ioana D - translations added
- ZAUBERBERG
Ich gehe in den Berg hinein. Ein Steintor
schloss sich langsam. Gedanken, Traum
und Brücken heben mich hoch.
Was für blaue Seen! Was für hohe Zeit!
- HERBSTZEICHEN
Eine gestrige tiefe Stimme erhob sich
bitter, bitter, bitter.
Viele Engel starben und ließen
ihre Tonerde im Land.
- KRANKHEIT
Eine Krankheit ist in die Welt gekommen,
unverschämt, und ohne Namen.
Ist es ein Wesen? Oder nur der Wind?
- HEIMATDORF
Nach zwanzig Jahre gehe ich wieder
über die gleichen Straßen
wo ich der kleine Freund, der Dorf, Erde war.
Ich trage jetzt das Fieber der Ewigkeit in mir,
- ABSCHLUSS
Bruder, jedes Buch scheint eine besiegte
Krankheit. Doch der, der dir gesprochen hat,
ist in der Erde. Ist im Wasser. Ist in dem Wind.
Oder viel weiter.
- JOHANNES ZERFETZT SICH IN DER WÜSTE
Wo bist du, Elohim?
Die Welt aus deinen Händen ist
wie Noahs Taube weggeflogen.
Du wartest vielleicht auch heute noch auf sie.
- JAHRHUNDERT
Unterirdische Maschinen sausen.
Ins Unsichtbare, über die Türme,
interkontinentale elektrische Nachrichten.
Von den Häusern die Antennen
- VERGANGENE LANDSCHAFT
Das Schloss ist dasselbe
in der Luft und im Wasser.
Die Vergangenheit am Tor
lässt die Laufhunde los.
- PERSPEKTIVE
Nacht. Unter den Sphären,
unter den Meeren,
die Monaden schlafen.
Gestraffte Welten,
- WEGE
Zeitlose Festung, grüne Spinnenbrut
unter dem Moos und den Rinnen. -
Auf dem Turm unter der Uhr, nachdenklich
die Zeit steht. Ein Spatz läuft auf dem Zeiger.

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