Ioana D - translations added
- Das Tischtuch
Das Leben als Tischtuch – siehe, hier sitzen wir
und wenn wir die Augen erheben, können wir glauben,
dass wir durch den verblassten Nebel sehen,
der langsam davonkriechend
- Laub
Ich würde gerne auf dem Bordstein sitzen
warten, dass die Nacht am Ende der Straße
hereinbricht – meine Einsamkeit
hat es jetzt noch
- Also, es gibt keine Einsamkeit
Also, es gibt keine Einsamkeit,
wir sind immer mehr - in uns selbst,
wohin wir auch gehen – und wie sehr
wir sie auch anflehen
- Wintertanz
Ich sah, wie der Winter beginnt – an einem Nachmittag
vor langer Zeit, als es plötzlich anfing zu schneien,
und das Licht, verblasst, senkte sich herab in freien,
die Ränder meiner Geste. Ich fühlte wie es an mich nag
- Ich dachte, dass man einen Kaffee trinken kann
Wie kamen sie ins Haus?
sie sitzen auf der Couch
mit Keulen eng zwischen den Knien
hören Rap-Musik und knuspern
- Autobiographie
Mit zehn Jahren glaubte ich an das Gesetz der Priester
mit vierzehn erlebte ich den Krieg
Trunk tropften auf das Weißbrot
aus dem Blut meiner Cousins, in Stalingrad zerfleischt
- Antilyrisch
Ihr seid nicht in Europa
sagte mir eine Dame in Wien
am 15. Juni Anno Domini 1990
ich weinte, dann rezitierte ich ihr
- Spätnachmittag
Ein Ast nähert sich ein anderer Ast
das Rauschen der Küsse
die Stille der Luft
ein Kreis auf dem Wasser
- Allegro maestoso
Das Pferd, dass jetzt durch Schneematsch geht
bin ich, ja, geehrte Direktoren des Gewissens
Republikaner oder anderes subtiles Bewusstsein
- blaue Augen rote Lippen
so angekommen zur Lilly Figur
und zum Äthertupfer
in das Nasenloch gestopft
die Unverletzlichkeit jener Null

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