DIE ERSTE ELEGIE - Nichita Stănescu

I
Er beginnt und endet
mit sich selbst.
Keine Glorie kündigt ihn an,
kein Kometenschweif folg ihm.

Aus ihm dringt nichts nach außen;
deswegen hat er kein Gesicht
noch Zustand.
Mit einer Sphäre
würde er ähneln, sie hat mehr Körper
umhüllt mit der einfachsten Haut.
Jedoch er hat nicht mal
soviel haut wie die Sphäre.

Er ist das vollkommene Innere
und,
obwohl im Inneren unendlich,
zutiefst begrenzt ist er.

Doch zu sehen ist er nicht.

Es folg ihm nicht die Chronik
seiner eigenen Bewegung,
so wie die Hufenspur
treu verfolgt
die Pferde.




II
Er hat nicht mal das Dasein,
obwohl es schwer zu verstehen ist
wieso es keines hat.

Er ist das vollkommene Innere,
das Innere des Punkts, etwas gedrängter
in sich selbst als der Punkt.

III
Er stößt an niemand und
an nichts an, weil er
nichts zum verschenken hat
wodurch er sich stoßen könnte.

IV
Hier schlafe ich, umgeben von ihm.

Alles ist die Umkehr von allem.
Doch es setzt sich nichts entgegen, und
umso weniger verneint ihn:

Nein sagt nur derjenige
der Ja kennt.
Er jedoch, der alles kennt, hat
beim Nein und Ja die Seiten ausgerissen.

Und hier schlafe nicht nur ich,
sondern die ganze Reihe Männer
deren Name ich trage.

Die Reihe der Männer bevölkert
eine Schulter. Die Reihe der Frauen
die andere Schulter,

Und haben gar keinen Platz. Sie sind
die unsichtbaren Federn.

Ich schlage mit den Flügeln und
schlafe hier,
ins vollkommene Innere,
das mit sich selbst beginnt
und endet mit sich selbst,
keine Glorie kündigt ihn an,
kein Kometen Schweif
folg ihm.

Added by: Adina Speranta

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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