Die Krähe - George Topîrceanu

Weißes Feld, so wie ein Lacken,
In die Weite sich verbreitet...
Auf den Mast des Telegrafen,
Eine Krähe ihre Flügel breitet,
Unbewegt gar wie ein Stein
Wie ein Adler auf einem Sockel,
Wie ein Schornsteinfeger klein
Und makaber wie ein Gockel;
Schwarz wie ein Pik-Ass,
Unter dem grenzenlosen Himmel;
Einsam, klein und so wie dass
Pfefferkorn geschwärzt vom Schimmel;
Buckelig so wie ein Docht
Oben auf ein Kerzenkopf;
Eine regungslose Miene
So wie eine kleine Biene,
Doch unheimlich und verbrannt
Von dem Schwanz bis hin zum Schnabel,
Wie eine Seite gespannt
Auf des Obelisken Gabel;
Eingebettet in die Lüfte
Wie ein Schokoladenei;
Bitter wie verfaulte Düfte
Einer Pflaume dunkles Ei;
Mit unterweltlichem Reiz
Wie ein Musiker im Frack,
Wie ein Priester voller Geiz
Höllisch wie des Teufels Sack;
So wie ein berühmter Typ;
Mystisch und gemütlich
Wie ein Reliefpolyp
Auf geöltem Teppich;
Unbehaglich in der Sonne
Wie ein Korn im Auge;
Wie ein Kibitz, voller Wonne
Der das Spiel aufsauge;
Suspendiert schwarze Noten
Auf ein‘ Notenständer;
Schlampig, wie die Hottentotten
Fern auf einen Ständer.
Mitten in den Pflaumen
Wie das Schießpulver, dass reißt;
Schwarz so wie der Gaumen
Eines Hundes, der dich beißt.
Grausam wie ein blauer Fleck
Eines Boxers gegeben;
Wie ein Stück des schwarzen Koks
Der blieb eine Nacht im Regen?
Resigniert, wie in ein Fenster
Eine Werbung die sich streckt,
Und leicht wie ein Ernster
Tintenfleck von Ruß bedeckt;
Traurig wie ein allein ein Punkt
In der durchsichtigen Seite, -
Einsam wie ein Unterpunkt
Auf der schneeweißen Weite;
Seltsam wie ein Amulett
Vor der Kreide wie ein Schmuck;
Einsam und kokett
Wie ein Ebenholzkuckuck;
Schwarz wie in Milch die Fliege,
Und absonderlich im Umriss,
Wie die tiefe Nacht Aufstiege
Mit der Lichten in Abis;
Glatt wie gebügelte Falten
Die in der Sonne Reife;
Gefangen in Schneefalten
Wie eine Samtschleife;
Unwirklich, so wie ein Geist
Mit bezauberndem Gefieder, -
Wie eine Tasse Dunkelheit
In die Luft darnieder;
Ernst gar so wie ein Gebet
Düster wie die Hotentoten,
Kohlenschwarz wie ein Paket
Voll mit Kakaotönen;
Tragisch, so wie ein Emblem
Der Gemeinschaft unterworfen;
Grimmig wie ein Postemblem
In die Unendlichkeit geworfen;
Stumm so wie die Ewigkeit,
Wie ein Block aus schwarzem Stein,
Wie ein Ball aus Dunkelheit
Reingeworfen in den Wein, -
Hängend in dem leeren Raum
Wie ein Euterteer, die flinken
Satans Kinder gar in Zaum
Weinend kommen Pech zu trinken;
Schlechter Omen, wie ein Fluch
Und gesehen aus der Nähe
Die des Schöpfers schwarzes Tuch -
Und banal... wie eine Krähe!

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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