NICHTS, VON DEM ICH DACHTE ZU ERFAHREN, HABE NOCH NICHT ERFAHREN - Gellu Dorian

Nicht alle Anwesenden sind gleich, einige sind anders
auf den ersten Blick, haben Kleider wie Eidechsenhaut
die bei jeder besten Gelegenheit sich enthäuten
sind grün und Blättern nie, die Dornen
bleiben immer in der gleichen Krone
auf die Stirn eines von ihnen gelegt,
die sie ständig auspeitschen,
beerdigen,
wiederbeleben,
heben empor,
und dann lobpreisen ihn,

nicht alle Anwesenden werden mit der gleichen
Milch aufgezogen,
manche trinken Gift und erfreuen sich,
andere trinken Wein und fallen wie Sardinen in ein Netz
gefallen durch das Netz abgesenkten Himmel,
aufgeteilt unter zwölf Fischer und Zöllner
die den Abend Mal nehmen werden,
sie werden den Morgengrauen verraten, die andere
Tage ankündigen werden,
sie werden mit den Tauben sprechen,
bis ihre Ohren wie Trichter werden durch den das Licht
wie Öl auf der Wunde es fließen wird
und das ist nicht genug,
sie sind nie zufrieden
wenn ich sehen, dass das Blut zu Wasser wird
und durch ihr Wasser sieht man den Himmel nicht -

nein, auch diese sind nicht die meinigen,
die Meinigen sind weit weg versteckt hinter Worten
wie in einer vergessenen Provinz
diejenigen deren Namen niemanden mehr interessiert,
nur in Kirchen in den Ohren der Armen genannt
wo Gott versteckt ist,
und sammelt sie alle,
und abzieht alle
bis zum letzten mit dem er nicht weiß, was er
anfangen soll
und er lässt ihn frei in die Welt
damit er sich fragen soll, wo sind die Seinen,
warum ähnelnd sie nicht mehr ihm
und nicht mal sich an ihn erinnern,
und warum sie sich nicht mehr an ihn erinnern
können -

aber sie spreche mit ihnen hier,
auf diesem Wörterfest,
und ich warte sollen mich fragen, ob zu ihnen gehöre,
ob ich dort noch gewesen bin,
ob ich jemals zu ihrem reichen Tisch komme werde,

und nichts,
nichts, von dem ich dachte zu erfahren,
habe ich noch nicht erfahren...

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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