Herbst - Virgil Diaconu

Geistloser Spaziergang durch die Straßen.
Unter dem apathischen Herbstlicht,
zwischen den gelben Blättern
vom Himmel auf dich gefallen.

Ein Kinderauflauf betritt das Museum
mit präparierten Vögeln,
zwei Mädchen Hand in Hand eilen schreiend.

Im Park die Alten spielen Schach.

Wo zum Teufel bist du?
Wo verkaufst du noch dein Wunder?
Und das Luftgeschöpf und die Haare
aus dem Rost des letzten Herbstes gestohlen?

Wo verkaufst du noch
deine langen pfirsichfarbenen Beine?
Und deine gesprächigen Spatzen unter der Bluse?

Wo zum Teufel bist du?
Kann ich dich noch hören?
Kann ich dich noch sehen?
Kann ich dich noch schmecken?

Sähst, meine Seele, vor allem,
ist größer als diese Welt...
Nur du bist in einer Nacht,
die ihr Wunder verbirgt, geblieben.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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