Dienstagsdepression - Virgil Diaconu

Plötzlich sah ich sie so,
wie einen Lichtschmetterling
am Fenster meiner Verzweiflung.

Sie kam wie ein Atemzug, dann wenn ich erstickte.

Ansonsten hält mich die Zeitung über
ihre nächtlichen Eskapaden auf dem Laufenden, über
den letzten Liebhaber, den sie in ihrem Hafen anlegte,
einfach so, um ihre Dienstagdepression zu erledigen
und um der Kälte draußen ein bisschen zu täuschen.

Selbstverständlich tue ich so, als wüsste ich nichts und,
dass ich den blauen Fleck am Hals nicht gesehen habe,
der schwarze Schmetterling ihres brennenden Fleisches.
Ich tue so, als hätte ich den schwarzen Schmetterling
nicht gesehen und verstecke die Zeitung die gerade auf
meinem Tisch liegt, als Beweis ihrer letzten Eroberung.

Sei ruhig, Geliebte, ich glaube nichts von dem
was die Zeitschriften über dich schreiben!
Ich neige nicht mein Ohr auf ihre Lügen,
ich vertraue dir!
Sowieso sind alle Journalisten Niederträchtig,
wenn es ihnen gelungen ist sich in deine Bettlaken
zu schleichen und alle deine Lektüren zählen...

Ohnehin, habe alle Männer aus deinem Leben verbannt,
Ich habe sie einzeln herausgenommen und das
nur mit der Kraft meiner Vorstellungskraft!
Siehst du, nicht umsonst ging mir die
Sutraslehre unter die Haut. Und nicht umsonst
habe ich die acht Wege Buddhas zur
Befreiung des Leidens losgebunden.
Es musste am Ende der Lehren und meiner
Reinkarnationen stehen, um dich zu finden!
Es musste sein, nachdem ich das Tor der Weisheit
in Benares, im Gazellen Hain geöffnet hatte
an in deine Schenkel zu knallen!
Ich musste, also, die Bedeutung der Wiedergeburten
meiner Zeitreisen herausfinden: deine Schenkel!
Glaubst wirklich,
dass der schwarze Schmetterling wird für mich noch im Gehirn tanzen?
Denke was ich dir sage:
Diese Nacht werden wir in den Himmel aufsteigen. Deine
Umarmung wird Östrogen sein oder überhaupt nichts.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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