Die Weide - Virgil Diaconu

Das Roch auf den Teppich geworfen
und der blaue Lichtstrahl läuft nackt durch das Zimmer.

Prinzessin! Wie angenehm und rein ist dein Körper!
Wie ein Kind, das keine Ahnung von seinem Wunder hat.

Du verdrängst die Finsternis aus meinen Zellen;
aus den Manuskripten.

Gewiss, hätte ich dich nicht an diese Dinge erinnert,
wenn die Weide im Garten heute Morgen nicht
ins Haus stürmte, als ich das Fenster öffnete...
Wenn die Weide nicht über das Fenster gefallen wäre
mit ihren grünen Blättern, voller letzten Nacht Regen.

Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich denken soll
so wie du mich mit tausend Augen anschaust...
so wie du mich grün ansiehst mit tausend Augen.

Ab jetzt sitze ich bei offenem Fenster –
vielleicht tust noch einen Schritt nach innen.

Vielleicht eines Nachts,
wenn sich Dinge im Dunkeln verbergen
und das Wasser im Glas schläft,
da traust du dich und machst noch einen Schritt.

Vielleicht eines Nachts hältst du mich in deinen Armen.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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