Die heimliche Frau - Virgil Diaconu

Ich logiere in einem Herzschlag.
Seitdem du mit der Spatzenwolke zu mir kamst,
wohne ich in einem unaufhaltsamen Herzschlag.
Seitdem du vergast deine Hände auf dem Schreibtisch
und die Beine zwischen den Bettlaken.

Die Libelle wäre sicherlich für den Nervenkitzel,
den du letzte Nacht hinterließt, zu wenig.

Ja, deine Anwesenheit macht alle Waffen überflüssig;
ich weckte sie um mich der Dunkelheit zu stellen.
Mit der Dunkelheit, die mich beherrschen möchte.

Siehst du, seitdem dein Lachen in mein Haus kam
zieht sich die Dunkelheit zurück.
Dein Lachen enthauptet den siebenköpfigen Drachen
der Einsamkeit. Und deine Beine überwerfen
alle meine Zukunftspläne, alle meine Siege
der mit Trommel und Trompeten auf mich warten.
Das Licht deiner Beine!

So umkreise ich die Welt, durch mein Zimmer. Ich halte
meine Fäuste geballt, die Libelle hat kein Entkommen.

Ich habe sogar dem Tag alle Fenster geschlossen,
aus Angst sollst nicht verschwinden. Wie es dem
auch sei, ich behalte dich im Auge,
pass auf was du machst!
Und komm schneller von den Kirschblüten herunter
wo ich seit mehreren Stunden auf dich warte;
vielleicht von Anfang an...
Steig ab, bevor ich die Löwen auf dich hetze.
Und komm nicht mehr zum Treff mit der Spatzenwolke!
Man dich an, wenn du mit der Wolke hinter dir kommst.
Alle Augen pirschen dich, wie auf die Jagd.
Siehst du, ich wollte das alles geheim bleibt.
Ich wollte, dass du eine heimliche Frau bleibst,
obwohl diese düselige Spatzen mit denen du
auf die Straße spazieren gegangen bist
haben von Anfang an in Land mit ihren
Klirren und Rasseln, dies kundgegeben,
und die Kirschblüte hat dein Lächeln öffentlich gemacht.
Das Lächeln, die Kirschblüte.

Hör auf zu kichern in meine Stube!
Sieh, dass du die Dunkelheit nicht aufweckst!

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


see more poems written by: Virgil Diaconu



Share: