Wir haben so viele Tote... - Radu Gyr

Wir haben so viele Tote, so viele Knochen,
die Stirn ist schwer von ihrem Gedenken.
Wir tragen die Sonnengräber in unserer Brust
und unsere Rippen sehnen sich nach Licht.

Wir haben so viele Tote, so viele Knochen…
Mit ihrer Myrrhe auf der Stirn heiligen wir uns
und von uns zu ihren heiligen Gräbern
breitet der goldene Mond den Teppich aus.

So viele Tote, so viele liebe Gräber,
wie ein Ikonostas wachsen sie in uns,
wie die Märtyrer der Herrlichkeiten aller
durch Kugeln, Stürme, Regen, Taifuns.

Es flackert uns auf Händen und auf Worten
wie die Sonne, die auf der Wange brennt,
so viele Tote und so viele Knochen…
Topas-Symbole leuchten uns im Schlaf.

So viele Tode schärfen in uns das Eisen,
das Zeitmaß Zerbricht in große Eisenstangen.
Mit den Opfern, die in die Sterne zu krachen,
Mit Wunden berührten wir den Himmel.

Wir bauen Schicksal auf. Heiligen Mauern.
Doch nicht mit Kalk und Stein gebunden,
sondern verputzen es mit weißen Knochen,
Wir bauen aus dem Ziegelstein der Wunden.

In Feuersteine und Schwüre tief gegossen,
mit Feueraugen, erhitzt von einem heiligen Geheimnis,
wir schauen jeden Tag andere neue Gräber
wie weiß sie ragen in den Himmel hoch,
eisernen Grundlagen dem Land zu legen.

Wir haben so viele Tote, so viele liebe Gräber.

Added by: Christian1951

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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