In der grossen passage - Lucian Blaga

Im Zenit die Sonne hält die Waage des Tages.
Der Himmel gibt sich dem Wasser unten hin.
Mit braven Augen das vorbeiziehende Vieh
erblickt tapfer seinen Schatten in der Talmulde.
Die Laubdächer wölben sich tief
über ein ganzes Märchen.

Nichts will anders sein als es ist.
Nur mein Blut brüllt durch den Wald
nach seiner fernen Kindheit,
wie ein alter Hirsch
nach seiner Toden Hirschkuh.

Vielleicht ist sie unter den Felsen umgekommen.
Vielleicht ist sie in den Boden versunken.
Vergebens warte ich auf ihre Neuigkeiten,
nur die Höhlen erklingen,
Bäche verlangen sich in den Tiefen.

Unbeantwortetes Blut,
Oh, wenn es still wäre, wie gut würde man
die Hirschkuh durch den Tod stampfen hören.

Immer weiter zögere ich auf dem Weg -
und, wie ein Killer, der mit dem Lappen
bedeckt einen besiegten Mund,
ich schließe mit meiner Faust alle Quellen,
damit sie für immer schweigen sollen,
schweigen sollen.

Added by: Ioana D

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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