Die tränen - Lucian Blaga

Wenn aus dem Nest der Ewigkeit der erste
Mensch verbannt
erstaunt vertieft in den Gedanken, ging
durch den Wald und über Felder,
es quälten ihn, und es tadelten ihn das
Licht, der Horizont, die Wolken - und von jeder
Blume traf ihn das Paradies mit ein
Erinnerungspfeil -
Der erste Mensch, verirrt, konnte nicht weinen.

Erschöpft vom zu Blauem klar
des Frühlings,
der erste Mensch mit Kindesseele
fiel in den Staub der Erde:
„Herr, nimm mir das Augenlicht,
oder wenn du kannst, verschleire sie
mit einem Leichentuch,
um nicht zu sehen
weder die Blumen, noch den Himmel, auch
Evas Lächeln, noch die Wolken,
denn siehst du – dass ihr Licht mich schmerzt.“

Und dann, der Gnädige, in einem Augenblick
des Mitleids gab ihm - die Tränen.

Added by: Ioana D

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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