Biografie - Lucian Blaga

Wo und wann ich ans Licht kam
weiß ich nicht,
aus dem Schatten versuche ich mir selbst
zu glauben, dass die Welt ein Gesang ist.
Fremd lächelnd, verzaubert steigend,
mittendrin erfülle ich mich mit Erstaunen.
Manchmal spräche ich Wörter,
das mich nicht erfasst,
manchmal liebe ich Dinge,
die mir nicht antworten.
Von der Winde und geträumte Taten
sind meine Augen voll,
schreiten, schreite ich wie jeder andere:
mal schuldig auf den Dächern der Hölle,
mal Sündenlos auf den Lilienberg.

Eingesperrt im Kreis derselben Heimat
tausche Geheimnisse mit den Ahnen aus,
die Sippe von unter den Steinen ausgewaschen.
Abends kommt es mir leise vor, zu hören
wie in mir sich alle ergießen,
die Geschichten des längst vergessenen Blutes.
Gesegnet sei das Brot und der Mond.
Tagsüber lebe ich zerstreut mit dem Sturm.

Mit ausgerotteten Worten im Mund
besang ich und besinge noch die große Passage,
den Schlaf der Welt, die Wachsengel.
Von einer Schulter auf der anderen
gehend trage ich meinen Stern wie eine Last.

Added by: Ioana D

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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