Derjenigen die kommen wird - Ion Minulescu

Wo kommst her,
Und in welchem gesegneten Land
Hast du das Tageslicht der erblickt –
du, weiße wie ein Tag? ...
Und welche dumme Winde trugen dich zu mir,
Welches verirrtes Boot hat dich hierhergebracht? ...
Warum hast du verlassen das Land, wo der Palmen
Zitternde Schatten, legen im Sand ihr Schatten?
Es reichte dir die Wüste mit abends Tränen nicht,
Und fandst nicht sonst wo dein schönes Antlitz tragen?
Oder du wusstest nicht, dass in mein Land
Sind weder Lieder,
Noch die Zitronenblüten? ...
Die Liebenden verkauften
Den Standuhren,
Auch ihren Körper,
Auch den geweihten Schwung,
Heute ist alles tot im Lehmkerker und verfaulend! ...
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Mit weißen dünnen Händen, wie die der Frommen
Auf einer byzantinischen Tempelwand Gemalt
Und mit unreinen Augen, mit Giftblicke dich bangen -
Augen so grün wie totes Wasser
Und tot wie schwarzer Spleen -
Du kamst, Gesang un Lichtbringende Schönheit,
Die Last mir zu erleichtern aufs Leidesweg Golgatha,
Um eine Welt mit meinem Gewölbe wieder einzurich-ten
Und mich den Fängen des Albtraums zu befreien...
Gib mir deine Hand, doch nimm mich auch mit dir,
Bring mich ins Land
In der die Palmen - Herren über die Wüste -
Werden uns offenes Armes in der Sahara empfangen
Der Lieben aus Sargleeren geborene!...

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


see more poems written by: Ion Minulescu



Share: