Alea jacta est - Ion Minulescu

Ich ging...
Der Unbekannte sagte mir: "Komm, ich warte auf dich."
Ich ging einige Fragezeichen zu erkunden
Ich trat mit der Würde des letzten Weisen
Die Schwelle alter Legenden
Zufällig bekritzelt
Auf einer Pergamentecke!...

Die Wächter der Ewigkeit öffneten die schwarzen Tore,
Ich irre heute noch ins Leere zwischen Sonne und Erde...
Und der Wind trägt mich so langsam -
Als ob tragen würde in dem Grab
Gar den letzten Toten dieser Welt,
Der einzige Tote unter den Toten.

Ich hülle mich ins Chaosfriedhofs Atmosphäre...
Wie viele sind es?...
Das wissen nur die Nachtwandler
Und noch die Dichter -
Diejenigen ohne Verstand,
Und ohne Glauben
Und ohne Ruhe,

Noch mit Geduld, die Zeit des Gehens zu erwarten.
Ich hülle mich in rosa-grün,
In Veilchenblau,
Und in dem Gold der Sonne,
Und im Nu verwandele ich mich
In einem riesigen Heiligschein -
Ein Heiligschein
Festlegt die Stirn des ersten Anachoreten zu kleiden.
Ich zerrinne mit der Erinnerung eines Lebens im Schlaf,
Ich vervollständige mich durch die Nostalgie
Der ersten Umarmungen,
Und durch die beiden Formen -
Die von heute
Und die von gestern -
Verkörpere mich in Fortdauer des Herren Ewigkeit! …

Ja...
Ich bin der Herr des ewig Schwebenden in Ewigkeit -
Derjenigen, die auf dem Meere schwimmen,
Derjenigen, die schweben auf dem Wind,
Derjenigen, die schweben in den Versen,
In Farbe
Im Gesang.

Derjenigen, die für immer schweben,
So wie denjenigen denen so vorgeschrieben wurde...

Ja...
Ich bin der Herr des ewig Schwebenden in Ewigkeit.

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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