Ich bin ein Kanarienküken - Gabriela Melinescu

Ich bin ein Kanarienküken
ira, ra, ha, ira, ra,
gefangen in Stäbe
wie ein Würfel
aus rohem Knochen,
aus jungem Bein
herausgeschnitzt.

Mach mir Platz,
mach mir Platz,
sagt die Klaue,
lass mich
im Herzen
spielen.

Ein Mädchen kommt
mit Perlenbeutel
unterm Arm,
es fällt auf mich,
leer ist ihre
spiralförmige Hand,
schaudernd,
rutschen schnell
durch die Stäbe.
Und sie geht
lebendig eingesperrt
in einem weißen Käfig.

Ein Junge kommt
aus Blumen geboren,
durch seine Arme
herunter
zu steigen,
junger Appetit,
wer weiß wessen…

Spitzen aus anteillosen Flüssen
falle auf mich wie Gletscher
und er geht festgehalten
von den Gittern
und stampft
wie ein Pferd
gefallen mit dem Gold,
auf den Rücken.

An einem Montag
der bezauberte alte Mann
er hat uns verzweifelt vorgetanzt,
aber es fiel,
sonst seine Zähne
hätten den rohen Knochen
gebrochen
und hätte mich
der Welt freigegeben
in nassem Gelb verpackt.

Ira, ra, ha, ira, ra!
Es hätte mir
zu leben gefallen,
um mit euch zu tanzen,
mit Speeren und Regen,
und herausgehen
nur Spuren
von Messern
und Cuttern
hinterlassen.

ich träumte,
dass ich
ein Stern
verschluckte
der brutzelte
und ich schwill an
und die Gitter brachen auf
und ich flog befleckend
das Blau meiner Gedanken.

Ira, ra, ha, ira ra!
Es hätte mir
zu leben gefallen,
aber die Klaue sagt:
mach mir Platz, mach mir Platz,
im Herzen
soll ich dir tanzen!

Added by: Christian1951

Translator: Christian W. Schenk
Language: German


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