Wie ich das Fahrradfahren gelernt habe - Dan Deşliu

Siehe,
Ich erinnere mich gut
an die ganze Geschichte
wie aus heiterem Himmel...
Ich war brav,
wahrhaft,
seit eine Woche,
obwohl ich eigentlich
keine Lust dazu hatte!
Es war Frühling
draußen liefen wie verrückt herum
die angenehmeren Themen
als die Arithmetik
der vierten Grundschule
(„Wenn drei Züge
starten von einem Bahnhof...“)
- Du, Komm schon, sagte Papa,
soll ich dich nicht verwünschen!
Was ist passiert?
Was ist los mit dir?
Du hast es verdient, denke ich
eine Belohnung!
- Ja Vater! Sagte ich
und ich wusste,
dass die Belohnung ist dort, auf der Veranda:
Ich hatte sie durch das Fenster gesehen
wie sie sich davongeschlichen hat,
gerade eben – mein Vater und sie...
Und siehe mich schon im Sattel,
zitternd vor Vergnügen,
vor Angst, aus purem Stolz...
- Gib Acht,
Schau nicht auf das Rad!
- Ja Vater!
...Aber wie verhext
ich sah es nur an...
Sicherlich,
wenn mein Vater nicht dabei gewesen wäre
mir zu helfen,
beschützend hinterherlaufen,
stark und schnell,
den Sattel halten
ich war längst unter
die Räder gekommen!
Und die Räder zischten:
„Du wirst es nicht schaffen,
Du wirst es nicht schaffen!“
Allein – keine Rede
auf diesem Atemloses Pferd!“
- Siehst du, dass du es kannst?
Lachte Papa so,
aus heiterem Himmel ...
Ich habe zurückgeschaut,
schüchtern
und es war nahe dran
hinzufallen:
Ich trat alleine in die Pedale
und schüttelte meine Beine


mehr als die Jünger
Gottes,
von ihren leuchtenden Flügeln...

Also – ich kann es auch!

Seitdem bin ich immer in die Pedale getreten
so, aus eigenem Antrieb
und niemand, jemals,
hat mich unterstützt.
Nur in Gedanken,
Manchmal, murmele ich:
- Ja Vater!
Und ich trat alleine in die Pedale
stolz und glücklich!

Added by: Ioana D

Translator: CHRISTIAN W. SCHENK
Language: German


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